Hochsensibilität - Herausforderung oder Geschenk

Ich habe in den letzten Tagen an einem Onlinekongress für Hochsensibilität teilgenommen!

Kostenlos! Eine Woche lang! Ganz tolle Sache. 

 

Ich bin gerade dabei die ganzen Eindrücke zu verarbeiten und werde versuchen meine persönlichen Erfahrungen mit Euch zu teilen. 

Eine wichtige Erkenntnis oder nennen wir es besser Bestätigung meiner eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet, möchte ich vorweg nehmen:

 

  • Es gibt viel mehr Menschen und besonders auch Kinder als wir meinen, die diese Sensibilität in sich haben.
  • Die meisten trauen sich nicht darüber zu sprechen
  • Die meisten haben Angst davor als "nicht normal" wahrgenommen zu werden.
  • Die Schule ist für die Kinder eine sehr große Herausforderung
  • Gott sei Dank gibt es diese Menschen 

 Hochsensibel…….Ich habe ein neues Reizwort (wenn auch durchaus im positiven Sinne)! Der Kongress für Hochsensible war inspirierend, großartig, wohltuend! Es hat gut getan, einen Spiegel des eigenen Empfindens zu erhalten!

 Aber jetzt geht mir seit Tagen eines durch den Kopf. Wenn ich die Kommentare so beobachte, ist es, als würden viele schreiben:“ Juhu ich habe eine Diagnose für mein Leiden“. (Vielleicht fällt es mir so auf, weil ich aus der Schulmedizin komme) Genauso läuft es im Moment, wir brauchen für alles eine Diagnose, eine Entschuldigung, dass es so ist, wie es eben ist. Die Arztpraxen sind voll mit Menschen, die alle möglichen Beschwerden haben, aber der Arzt nichts feststellen kann.

Könnten wir vielleicht endlich dazu stehen, dass wir einfach diese Welt nicht mehr so wahrnehmen wollen. Dass wir es nicht mehr akzeptieren wollen, dass wir im Hamsterrad von Leistung und trotzdem nichts haben gefangen fühlen. Oder dass wir eigentlich alles haben, aber ständig hören, wir können uns das alles nicht leisten. Oder dass wir es nicht mehr hören können, dass so viel Unrecht auf der Welt geschieht und die „Verantwortlichen“ machen einen Eiertanz ohne das Problem wirklich anzugehen.

 

Dass wir es nicht aushalten in einem „Supermarkt“ von Illusionen zu stehen und zu spüren, dass da nichts als Leere ist. Leere Lebensmittel, leere Menschen, leere Gespräche. Wir wollen davon rennen! Ja, das ist es aber! Dazu zu stehen, dass sich das nicht gut anfühlt. Es fühlt sich nicht gut an. Ok. Wenn ich dazu stehen kann, das es sich nicht gut anfühlt, dann kann ich auch hingehen und mich in mir gut fühlen. Ich fühle mich wohl in mir. Punkt. Dann kann ich mich ausdehnen und das ist es, was auch Lena Giger gemeint hat. Je mehr wir uns ausdehnen können umso besser geht es uns. Schutz ist gut und wichtig, aber Schutz macht klein, Schutz beengt, Schutz schließt ein. Spürt euch hinein. 

Das zu empfinden, was nicht in Harmonie ist, ist keine „Diagnose“. Das ist Heilung! 

 

Rückzug und Alleine sein, das sind Qualitäten! Ich habe immer wieder Menschen in der Praxis, die sagen: „ich würde im Moment am liebsten nur schlafen.“ Ja, ok. Und. „Das kann ich doch nicht machen“ Warum? „Ich muss ja …….“ Was sagt es in Dir? „Lasst mich doch alle einfach mal in Ruhe!“ Ok. Drehen wir es um! „Ich sollte mich endlich mal in Ruhe lassen!“ Ok. Toll!

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Kommentare: 4
  • #1

    Jacqueline (Freitag, 19 Februar 2016 20:13)

    Hallo! Genauso empfinde ich seit langem. Mein Sohn ist hochsensibel. Und ich weiss nicht immer wie ich damit umgehen soll. Vor allem all die oberflächlichen Menschen können gar nicht damit umgehen. Liebe Grüsse

  • #2

    Ute Kost (Samstag, 20 Februar 2016 09:41)

    Liebe Ilse Maria
    Danke für diese lieben Zeilen. Auch ich finde die Hochsensibilität als ein Geschenk. In vielen Lebenslagen hat sie mir geholfen und ich konnte auch schon vielen Menschen dadurch gut zur Seite stehen.Ich habe immer mehr das Gefühl mich mit Licht und Energie aufzuladen und durch Ausdehnung an die Mitmenschen weiter zugeben. Fühle mich dabei glücklich.
    Liebe Grüße von Ute

  • #3

    Gudrun Asepi Wagner (Samstag, 20 Februar 2016 11:39)

    Liebe Ilse,

    ich stimme dir zu. Einfach mich so zu lieben wie ich bin mit allem was ist. Jedoch gibt es mir Bestätigung, das ich mich so annehmen darf wie ich bin und das ich "anders" sein darf. Und das es viele da draußen gibt, die auch "anders" sind. Manchmal ist es zwar traurig, das man dafür eine Bestätigung braucht, aber es macht freier.

    Alles Liebe Gudrun

  • #4

    nicole (Samstag, 20 Februar 2016 12:18)

    hallo ilse,
    ich finde dies ist ein wichtiger und großartiger beitrag zum thema hochsensibilität/ hochsensivität. vielen dank!

 

"Lebensbilder" Ilse Maria Pfeiffer

 



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